Beileidsschreiben

Ein Beileidsschreiben zu verfassen ist keine einfache Aufgabe. Wenn ein geliebeter Mensch stirbt, herrscht Kummer und Trauer. Es ist dann nicht einfach, die richtigen Worte zu finden, um der Trauer Ausdruck zu verleihen. Wenn man dem den Angehörigen des Verstorbenen einige letzte Worte mit auf den Weg geben will und seiner gedenken mag, so sollte man sich genau überlegen, was man schreibt. Vor allem sollten die Worte klug und sorgsam gewählt werden, weil die Betroffenen eine sehr schwere Zeit durchmachen.

Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem Kondolenzschreiben. Der Begriff Kondolenz kommt aus dem lateinischen und bedeutet so viel wie »Mitgefühl haben«. Ziel ist es, sein Mitgefühl den Angehörigen auszusprechend und der verstorbenen Perso zu gedenken. Dabei muss das “Beileid” nicht schriftlich in Form eines Beileidschreibens erfolgen, sondern kann auch verbal erfolgen. Gerade bei öffentlichen Beerdigungen ist es üblich, dass die nächsten Verwandten des Verstorbenen am Grab stehen bleiben und von den Trauergästen mit Trauerwünschen bedacht werden.

Mitgefühl ist das, was man mit einem Beileidschreiben zum Ausdruck bringen möchte. Wir wollen verdeutlichen, dass wir den Schmerz der Betroffenen teilen, Gedanken bei ihnen sind und Ihnen Beileidswünsche aussprechen. Nachfolgend möchte ich erläutern, wie Sie bei einem Beileidschreiben vorgehen können! Dieses Vorgehen besitzt natürlich keine allgemeine Gültigkeit. Gerade wenn Sie die Betroffenen kennen, wollen wir natürlich keine verbindlichen Ratschläge erteilen, wie Sie das Beileidsschreiben formulieren müssen. Oftmals ist ein Beileid, das von Herzen kommt und persönlich geäußert wird, der beste Weg. Diesen Weg sollten Sie dann voller Mut bestreiten.

Beileidsschreiben: Vorlage und Beispiele

Die beiden nachfolgenden Beileidstexte stehen als PDF kostenlos zum Downloaden bereit. Die Beileidsschreiben sollen eine Anregung sein für ein eigenes Beileidsschreiben. Nachfolgend finden Sie viele weitere Tipps und Hinweise zur optimalen Gestaltung eines Kondolenzschreibens.

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Beileidsschreiben: Beileidswünsche und Beileidsbekundung

Nachfolgend möche ich kurz erläutern, was Sie allgemein in dem Beileidsschreiben beachten sollten. Wie sehen die perfekten Beileidswünsche aus? Wie können Sie Ihren Beileidstext verfassen und um einen Beileidsspruch ergänzen? Wer ist eigentlich der Adressat für das Beileidsschreiben? Das sind die Fragen, die man sich vor dem Verfassen eines Beileidsschreibens stellen sollte. Vor allem ist wichtig: Nehmen Sie sich Zeit und versuchen Sie die richtigen Worte zu finden. Es handelt sich schließlich um ein sehr empfindliches Thema.

Beileidswünsche:

Es gibt sehr viele verschiedene Wege, um den Verwandten eines verstorbenen Menschen, das Beileid auszusprechen. Hier lauern aber auch einige Fettnäpfchen. Mit das wichtigste ist zuerst einmal die Form – da diese das erste ist, was der Verwandte sehen wird. Es sollte kein “einfach so dahin geschriebener Text” sein. Man kann auf den Verstorbenen eingehen, vielleicht war er zu Lebzeiten an Kunst interessiert, dies kann man in die Form des Beileidschreibens einfließen lassen. Vielleicht war der Verstorbene aber eher streng und sehr ordentlich – dann sollte auch die Form des Beileidsschreibens eher ordentlich sein.

Beileidstext:

Als nächstes – und wahrscheinlich am wichtigsten – ist der Inhalt. In einem Beileidsschreiben sollten nach Möglichkeit keine plumpen Sprüche stehen – auch Sätze wie “Alles wird gut” lesen die meisten Angehörigen nicht gerne. Auch hier kann wieder gut auf den Verstorbenen eingegangen werden – man kann sein Beileid auch damit ausdrücken, dass man an alte Zeiten erinnert – ein gemeinsames Hobby, eine gemeinsame Reise oder ähnliches. Es sollte immer positiv auf den Verstorbenen eingegangen werden – hier eignen sich besonders gut Sätze wie zum Beispiel “Weißt du noch als wir alle zusammen im Urlaub waren? Da hat sich (der Verstorbene) doch sehr gefreut, und er lachte sehr oft”

Beileidsbekundung:

Man unterscheidet in dem Beileidsschreiben auch vom Grad der Bekanntschaft – ein weit entfernter Bekannter, sollte nicht allzu Überschwänglich auf den Tod reagieren – das sieht schnell gestellt aus. Ein naher Verwandter sollte nicht nur irgendwelche Floskeln runterschreiben. Auch kann das Alter des Verstorbenen im Beileidsschreiben beachtet werden. Bei einem Jugendlichen kann man etwas lockerer, jedoch nicht weniger ernst, schreiben. Bei einem etwas älteren Mitmenschen sollte eher auf den Ausdruck geachtet werden, der sollte in dem Fall eher gehoben sein.

Beileidsempfänger:

Um sein Beileid auszusprechen gibt es verschiedene Wege – man kann einen ganzen Brief schreiben und ihn der Familie zukommen lassen, oder man kann eine Karte kaufen oder selbst erstellen und diese an die Verwandten geben. Alles in allem ist es sehr wichtig, überhaupt sein Beileid auszusprechen. Es ist schließlich die (fast) letzte Ehre für den Verstorbenen.

Beileidsschreiben: Der Einstieg mit den Beileidswünschen

Die ersten Worte in einem Beileidsschreiben sind meist die wichtigsten. Sie bleiben auch später in Erinnerung, wenn man das Schreiben bereits wieder zur Seite gelegt hat. Sie können in dem Beileidsschreiben damit beginnen, dass Sie von dem Todesfall vor wenigen Tagen erfahren haben. Natürlich sollten Sie in bereits in den ersten Sätzen, Ihre Betroffenheit zum Ausdruck bringen. Dadurch zeigen Sie den Angehörigen des Vestorbenen, wie groß Ihr Mitgefühl ist. Starten Sie den Brief immer mit der persönlichen Anrede: “Lieber …,” bzw. “Liebe …,”. Hierbei handelt es sich um eine persönliche und direkte Anrede,die höflicher und passender ist, als das gängige “Sehr geehrter…”.

In dem ersten Satz des Beileidsschreibens können Sie dann kurz die Betroffenheit schildern, die nach der Nachricht des Todes überkommen hat:

  • “Ich kann es noch gar nicht glauben, dass … so plötzlich gestorben ist. Ich sehe … noch bildlich vor mir…”
  • “Erst gestern erzählte man mir vom Tod…”
  • “Aus der Zeitung habe ich vom Tod Ihres….erfahren….”

Dadurch leiten Sie den Brief Sie mit einem sehr persönlichen Einstieg ein und schildern, woher Sie von dem Todesfall erfahren haben. Sie sollten hier nicht übertreiben, sondern konkret schildern, wie sehr Sie der Tod der Person getroffen hat und danach die Beileidswünsche aussprechen. Zudem können Sie hier gleich schildern, dass die Verstorbene Person auch Ihnen sehr nahestand. So können Sie Ihren ersten Satz in dem Beileidstext beispielsweise ergänzen und den Gedanken der Kondolenz aufgreifen.

Haben Sie keine Scheu davor, die eigenen Gefühle zu schildern und auf Sätze zu verzichten, die in dem Kondolenzschreiben unreal und aufgesetzt klingen. Sprechen Sie den Angehörigen direkt Ihr Beileid aus und gehen Sie dabei direkt auf das Mitgefühl ein. man spricht hierbei von den sog. Beileidswünschen. Gerade der zweite Satz ist wichtig, weil er das ganze Ausmaß Ihres Mitgefühls schildern soll und Sie Ihre eigenen Gefühle offenbaren.

So könnten Ihre Beileidswünsche aussehen:

  • “Mein herzliches Beileid gilt Ihnen und der gesamten Familie.”
  • “Ich möchte Ihnen von ganzem Herzen mein innigstes Beileid aussprechen.”
  • “Auch wenn ich wenig tun kann, um Ihren Schmerz zu lindern, so möchte ich Sie wissen lassen, dass ich an Ihrer Trauer Anteil nehme.”
  • “In diesen schweren Stunden bin ich im Gedanken bei Ihnen und bei Ihrer Familie.

Dieser Satz ist wichtig, weil Sie hier dem Angehörigen Ihr Mitgefühl und Beileid aussprechen. Diese Beileidswünsche sind das Kernstück des gesamten Kondolenzschreibens.

Trauersprüche im Beileidsschreiben

Ein Trauerspruch kann in ein Kondolenzschreiben eingebaut werden, um den Angehörigen und den Trauernden Trost zu spenden. Trost ist in dieser Phase sehr wichtig, weil ein geliebter Mensch gestorben ist und man sich erst mit diesen Gedanken anfreunden. Das Beileidsschreiben kann demnach mit einem Trauerspruch ergänzt werden, um das Beileid bildhaft zu untermauern. Die folgenden Trauersprüche sind Empfehlungen, die Sie gerne in Ihren Beileistext einbauen können.

  • In mir ist es finster – aber bei dir ist das Licht. Ich bin einsam – aber du verlässt mich nicht. Ich bin kleinmütig – aber bei dir ist Hilfe. Ich bin unruhig – aber bei dir ist Friede. In mir ist Bitterkeit – aber bei dir ist Geduld. Ich verstehe deine Führung nicht aber du weißt den Weg für mich. (Dietrich Bonhoeffer)
  • Wenn einer eine Blume liebt, die es nur ein einziges Mal gibt auf allen Millionen Sternen, dann genügt es ihm völlig, dass er zu ihnen hinaufschaut, um glücklich zu sein. (Antoine de Saint-Exupery)
  • Wir sollen nicht trauern, dass wir die Toten verloren haben,
sondern dankbar dafür sein, dass wir sie gehabt haben, ja auch jetzt noch besitzen: denn wer heimkehrt zum Herrn, bleibt in der Gemeinschaft der Gottesfamilie und ist nur vorausgegangen. (Hieronymus 331-420)
  • Nur wenige Menschen sind wirklich lebendig
und die, die es sind, sterben nie.
Es zählt nicht, dass sie nicht mehr da sind.
Niemand, den man wirklich liebt,
ist jemals tot. (Ernest Hemingway)
  • Der Glaube gibt uns Kraft,
tapfer zu tragen,
was wir nicht ändern können,
und Enttäuschungen und Sorgen gelassen auf uns zu nehmen,
ohne je die Hoffnung zu verlieren.
(Martin Luther King)
  • Ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen.
Ich bin ich, ihr seid ihr.
Das, was ich für dich war, bin ich immer noch.
Gib mir den Namen, den du mir immer gegeben hast:
Gebrauche nicht eine andere Lebensweise.
Sei nicht feierlich oder traurig.
Lache weiterhin über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben.
Ich bin nicht weit weg.
Ich bin nur auf der anderen Seite des Weges. 
(Charles Peguy)
  • Ich gehe weiter, nur ein wenig weiter,
geh’ in Gottes Freude, geh’ in Gottes Licht hinein.
Ich war für ein paar Jahre dein Begleiter,
doch jetzt geh’ ich weiter, um bei meinem Herrn zu sein.
(Manfred Siebald)
  • “Aber nunmehr ist es Zeit, dass wir gehen, ich, um zu sterben, und ihr um zu leben. Wen von uns das bessere Los erwartet, das weiß niemand als Gott allein.” (Platon)
  • “Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten; sie fallen mit verneinender Gebärde. Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit. Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an; es ist in allen. Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält.” (Rainer Maria Rilke)
  • Du bist ein Schatten am Tage
und in der Nacht ein Licht.
Du lebst in meiner Klage
und stirbst im Herzen nicht.
Wo ich auch nach dir frage,
finde ich von dir Bericht.
Wo ich mein Zelt aufschlage,
da wohnst Du bei mir dicht.
    (Friedrich Rückert)
  • “Die Dahingegangenen bleiben mit dem Wesentlichen, womit sie auf uns gewirkt haben, mit uns lebendig, solange wir selber leben. Manchmal können wir sogar besser mit ihnen sprechen und besser mit ihnen beraten und uns Rat von ihnen holen als von Lebenden.” (Heinrich Hesse)
  • Trennung ist unser Los, Wiedersehen ist unsere Hoffnung.
So bitter der Tod ist, die Liebe vermag er nicht zu scheiden.
Aus dem Leben ist er zwar geschieden,
aber nicht aus unserem Leben;
denn wie vermöchten wir ihn tot zu wähnen,
der so lebendig unserem
Herzen innewohnt! (Augustinus)

Sicherlich kann es auch sehr schön sein, einen eigenen Vers zu dichten. So kann man die eigenen Gefühle gut zum Ausdruck bringen und das ganze bekommt eine persönliche Note. Und gerade bei einem Beileidsschreiben ist das persönliche Mitgefühl, das mit den Worten zum Ausruck gebracht werden soll, ein wesentlicher Aspekt. Weitere kurze und prägnante Beileidssprüche finden Sie ebenfalls auf dieser Seite, falls Sie besser zu Ihrem Beileidsschreiben passen sollten.

Sollten Sie Fragen zu dem Thema Beileidsschreiben haben, dürfen Sie natürlich gerne einen Kommentar hinterlassen oder uns eine Nachricht senden. Falls Sie selbst Anregungen und Ideen haben, dürfen Sie uns auch gerne informieren. Alles weitere finden Sie auf dieser Seite beileidsschreiben.org.

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